Logbuch

Teilnehmer des Jahrgangs 2015/2016,  2016/2017 und 2017/2018 berichten von ihren Erlebnissen und Erfahrungen bei TheaterTotal.


2017/2018

2016/2017

TOURNEESTART 2017


Tour-Tag eins

Es ist Montag. Tour-Tag eins. Mit unserem Transit und zwei weiteren 9-Sitzern geht die Fahrt los. Ziel: Göttingen. Der LKW ist bereits gestartet. Zur Mittagsessenszeit kommen wir in der Waldorfschule an. Was ich jetzt schon (nur vom Durchfahren) von der ersten Tourstadt mitbekommen habe: tausende von Fahrrädern vor dem Bahnhof zeugen von vielen Studenten und schnuckelige Fachwerkhäuser schmücken die Stadt im Süden Niedersachsens. Gut gestärkt durch das Essen der Schulmensa beginnt der Aufbau. Der LKW wird mit vereinter Kraft entladen, Tanzboden, Traversen, Scheinwerfer und Pulte finden ihren neuen Platz für die nächsten zwei Tage. Und rechtzeitig zur Primetime machten wir Bekanntschaft mit den ersten Gastfamilien – „Guten Appetit!“ und dann „Gute Nacht!“


Tour-Tag zwei

Der Aufbau muss weitergehen. Große Baustellen waren heute die Podeste unseres Bühnenbildes. Dafür zerbrach sich unser „KrEAtiV-Team“ die Köpfe, vor allem darüber, wie wir wo welches Podest brauchen. Als Helfer für die vielen Klebstreifen musste ein Besen seinen Kopf hinhalten. Auch Ton und Licht sind startklar gemacht worden, damit pünktlich um 14 Uhr die erste Probe auf einer „fremden“ Bühne abgehalten werden konnte. Tja, und so wird einem schlagartig bewusst, was nicht nur der Raum auf der Bühne, sondern auch der Raum hinter der Bühne für eine große Rolle spielt! Denn Requisiten, wie Weinflaschen und Fahrradlenker, brauchen ihren Platz ebenso wie die sieben Kostüme eines TT-lers – ja, auch das Umziehen will geprobt sein. Und dann ihr Lieben, halten euch fest: wir haben unser Tun außerplanmäßig abgeschlossen – eine Stunde zu früh!


Tour-Tag drei

Nun der Einsatz des Einleucht-Teams. An jedem Tourort müssen Scheinwerfer gerichtet und Lichtstimmungen kontrolliert werden. Desweiteren verlief die Vorbereitung auf eine Vorstellung wie gehabt: Aufwärmen und Sprachübungen. Alles lief glatt – bis eine Stunde vor Beginn der gesamte Strom im Saal ausfiel. Glücklicherweise konnte das Problem rasch behoben werden. Wie, verrate ich nicht - ist ein Künstlergeheimnis!


Tour-Tag vier

Wo gesprochen und gehört wird, da wird auch VERsprochen und VERhört. So auch bei uns, im Theater:

Verhörer:

„Ist noch Curry da?“ III, 2

„Homer, ich danke dir dafür!“ II, 2

Versprecher:

„Sie frisst uns die ganze Kundschaft weg!“ IV, 3


Tour-Tag fünf

Auftritt in Arnsberg. In einem „richtigen“ Theaterhaus. Deshalb auch mit Feuerwehrmännern hinter der Bühne. Anschließend Abbau und Fahrt nach Bochum zurück. Da reist man mehrere Kilometer an, verbringt eineinhalb Tage mit dem Bühnenaufbau, darf zwei Stunden die Bühne vor Publikum bespielen, um dann alles innerhalb drei Stunden wieder abzubauen, zu verladen und Richtung Heimat zu fahren. So wechselhaft und vielseitig ist eine Tournee – eigentlich genau wie das Aprilwetter.

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05.FEBRUAR: AUFWÄRMEN FÜR DIE INTENSIVPROBENPHASE


Video: Henrik




15.JANUAR: WOW, WAS FÜR EINE WOCHE.

Samstagmorgen sind wir zusammen mit Hanni als ein kunterbunter Haufen durch die Innenstadt getanzt, in Slowmotion über den Wochenmarkt hinterm Hauptbahnhof gelaufen und haben als großes Freeze-Standbild die Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Unser Ziel: Flyer, nein, EINLADUNGEN zu unseren verbleibenden Aufführungen der Performance zu verteilen. Nach 3 Stunden in Eiseskälte ging es zurück ins Haus Rechen, denn der Dramaturgieworkshop wollte beendet werden. Das heißt es wurde zu ende recherchiert, weiter geschrieben, über Formate und Inhalte des Programmhefts diskutiert und Fotos für eben dieses gemacht. Denn als Ergebnis des Workshops sollte der erste Entwurf des Programmhefts für „Perikles“ stehen.

Montag um viertel vor neun wurde es dann wieder laut an der Bühne. Das Wiedersehen mit unseren Patenkindern aus der Willy-Brandt-Gesamtschule war schön und doch auch ganz schön anstrengend. Letzte Umbesetzungen und Umverteilungen, dann proben. 5. Dvořák, 4. Dvořák, 3. Dvořák, 2. Dvořák, 1. Dvořák, zwischendurch Schritte wiederholen, Positionen abklären und merken, nochmal üben, weil das Timing nicht stimmt, 5 min. Trinkpause und weiter. Dienstag dann ein ähnliches Spiel. Proben, proben, proben und noch mal einen Durchlauf. Nachmittags sind dann nur wir TT'ler zum Musikforum gefahren, wo der Auftritt am Donnerstag ja statt finden sollte. Wir haben den großen Saal bestaunt und uns über die winzigen Türen zur Bühne in Kombination mit unseren 3,5m Holzstäben gefreut. Mittwoch dann die Hauptprobe mit den Bochumer Symphonikern am Morgen und abends die Generalprobe. Die Tatsache, dass wir mit einem falschen Stabschwung einen Geiger oder sein Instrument treffen konnten, machte das ganze nicht weniger nervenaufreibend. Aber das Erlebnis, mit echter Livemusik spielen zu dürfen, hat unsere Vorfreude weiter gesteigert. Donnerstag, der große Tag mit unseren kleinen Freunden. Morgens die Schulvorstellung und dann abends die Vorstellung vor knapp 400 Leuten, haben so wohl uns als auch den Kindern einen riesen Spaß gemacht. Und am Ende, alle Geiger und Geigen blieben unverletzt, Standing Ovation.

Der Freitag stand dann unter dem Motto: Tag der offenen Tür vorbereiten! Das heißt wir haben uns unsere Performance wieder ins Gedächtnis gerufen, alles wieder piccobello aufgeräumt und geplant wer wann was wieso und wie überhaupt zu tun hat. Der Samstag war dann ein weiteres Highlight der Woche. Menschen die voller Interesse das Haus Rechen erkundeten, sich an unseren Perikles-Improvisationen und selbstgemachten Waffeln erfreuten, mit Polkaschritten durch den Probenraum hüpften und am Ende des Tages der Wiederaufnahme von „Über Stock und Schein“ zu sahen. Sonntag dann nochmal eine Vorstellung und damit war die Woche dann auch eigentlich um.

Puh, ausgeschrieben ist das schon ein ganze schönes Programm was wir da abgezogen haben. Wahrscheinlich ist deshalb der ganze Eintrag auch ein bisschen länger geworden...

Marie


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18.DEZEMBER: ES GEHT DEM JAHRESENDE ZU…

...langsam zumindest und irgendwie auf eine positive Art und Weise.

Noch drei Tage und wir fahren wiederin die Heimat, nehmen für kurze Zeit Abstand von einer wunderbaren Zeit. Wir alle habenbis hierhin viel erlebt, hatten unsere Höhen und Tiefen und genauso abwechslungsreichwar auch die vergangene Woche.

Alles begann Montagmorgen um 8:45 an der Bühne der Albertus Magnus Kirche. Dort standdie letzte gemeinsame Probe mit den Flüchtlingskindern der Willy-Brandt Schule an. Also 5 Stunden pure Konzentration. Wieder einmal waren wir überrascht vom Durchhaltevermögen unserer Schützlinge und konnten wieder deutliche Fortschritte machen.

Im weiteren Verlauf der Woche arbeiteten wir uns noch konkreter in unser Stück Perikles ein. Ziel ist es am nächsten Dienstag alle Szenen improvisiert in unserem Probenraum zu spielen. Jeder suchte sich mehrere Rollen heraus und dann wurde improvisiert, erlebt und versucht in welche Richtung diese den gehen könnten. Wir erhielten ebenfalls Besuch von der Dramaturgin Anke Euler, die uns zunächst einmal erklärte was das eigentlich ist – Dramaturgie, um anschließend anzufangen Perikles dramaturgisch zu bearbeiten.

Am Donnerstagabend kam es dann zu einem besonders emotionalen Moment: „Die Konferenz der Tiere“. Wir setzten uns erstmals als Gruppe ohne Dozenten oder irgendjemand anderen zusammen und redeten, blickten zurück, schauten nach vorn, sprachen uns aus, suchten nach Wegen diese manchmal doch recht anstrengende Zeit gemeinsam zu meistern. Es endete in einer Umarmung.

Schlussendlich klang die Woche mit einer besinnlichen Plätzchenbacksession und einer nicht ganz so besinnlichen, aber dafür sehr energetischen WG Party harmonisch aus. Und natürlich mit einem freien Sonntag. Und jetzt sitz ich hier und genieße diesen . Bin ein wenig müde aber sonst zufrieden.

Einen schönen vierten Advent.

Joshua




11.DEZEMBER: VORFREUDE AUF DAS, WAS NOCH KOMMT!

Mit Kindern zu proben

Zu schelten, zu loben

Holzlatten zu messen

Und nicht zu vergessen

Dass Geiger dort sitzen

Die kommen ins Schwitzen

Wenn wir sie nicht seh’n

Auf vier mal achtzehn

Ist mühsam vielleicht

Doch erfüllend zugleich

Wenn wir sie betrachten -

Wie sie tanzten und lachten! -

Denn viel lernen die Kinder

Und versteh‘n oft nicht minder

Schnell als wir es einst taten -

Bis zum 12. Januar müsst ihr warten!


Die letzte Woche drehte sich ansonsten um die Vorbereitung der Zwanzig-Jahr-Feier von TT und war vergleichsweise entspannt. Oder vielleicht ist unsere Toleranz einfach höher geworden; das ist definitiv auch ein Faktor. Man denkt inzwischen nicht mehr viel darüber nach, wie lange die gegenwärtige Arbeit noch dauert, sondern tut einfach geduldig, was zu tun ist, für das Ziel, und erfreut sich am Schönen dabei. Eine der vielen positiven Entwicklungen, die sich hier ergeben.

Für die Feier wurden wir in Dienste eingeteilt und eigentlich lief (fast) alles glatt, aus dem Übrigen lernten wir. Hohe Gäste waren zugegen: Es war ein komisches Gefühl, drei Meter entfernt von einem der mächtigsten Menschen im Staat und dann dem Bürgermeister von Bochum zu sitzen und sie Reden für TT halten zu hören. Auch Ex-TTler kamen zur Feier. Diese haben immer etwas Besonderes an sich, man merkt ihnen an, dass sie TT überstanden haben. Eine selbstverständliche Offenheit, eine Selbstsicherheit. Das finde ich bewundernswert und freue mich auf einen solchen Werdegang auch für uns.

Der Film war klasse: Die Generation vor uns wurde in ihrer Zeit bei TT begleitet und gefilmt. Er zeigte viel von ihrer Entwicklung und ihren Erlebnissen - auch wenn ich es kurz erst schade fand, als Teilnehmer schon einen konkreten Ausblick bekommen zu haben, wie unsere weitere Zeit bei TT noch aussehen könnte, statt das später erst ganz selbst zu erfahren. Aber erstens wird sicher bei uns sowieso alles ganz anders werden und zweitens stärken diese Eindrücke nur die Vorfreude auf das, was noch kommt!

Heute ist außerdem Marias letzter Tag hier. Für mich ist der größte Schmerz, den man hier erleiden kann, wenn einer von uns geht. Aber wir müssen stark bleiben, sie hat ihren Weg gefunden; wir wünschen ihr bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen in Gambia alles Gute.

Natürlich wird sie, wie auch alle vor ihr, immer eine von uns bleiben.

David




04.DEZEMBER: VORWEIHNACHTSINTERESSENTENBENACHRICHTIGUNGSGEDÖNS

Am Sonntag, dem 27.11. hatten wir unsere letzte Performance mit Paul und für dieses Jahr. Wir sind gefühlsgeladen auf die Bühne getreten und haben eine große Kraft erlebt. Auch wenn die Aufführungen erst im Januar weitergehen, ist unser Jahr noch längst nicht zu Ende.

Wir lernen sehr viel Neues… Wir sind Löwen. Und Mäuse. Erleben die Lust, Vitalität – und dann den Kampf! Den Mut, den Willen, die Kraft, die Angst, die Verzweiflung, die Panik, den Moment im Angesicht des Todes. Dann die unfassbare Rettung. Neue Atemzüge, neues Sehen, neues Riechen, neue Lust am Leben. Grenzenlose Dankbarkeit an das Leben. Es geht uns unter die Haut! Die Knie, Ellbogen, Schultern, Füße… und ins Auge.

Rosani lässt uns erleben, was die Kraft unserer Vorstellung mit unseren Stimmen bewirkt. Wir singen dieselbe Melodie… ängstlich, lieblich, wütend und mit noch vielen anderen Intentionen. Es ist verblüffend. Probiert es einfach aus.

Wir hatten zwei neue Workshops: Bühnenbild und Kostüm. Für die Bühne arbeitet jeder mit dem Thema, das ihn am Perikles besonders reizt und setzt es ins räumliche Erleben um. Für Kostüm setzten wir uns mit den verschiedenen Orten des Stückes auseinander, was uns zu Ideen wie Rollschuhen und Lackkostümen führt. Wir haben das Stück jetzt zusammen durchgelesen und fast alle Szenen durchimprovisiert wobei wir herzlich Tränen gelacht haben. Wir haben große Lust bekommen.

Freitag sind unsere Patenkinder aus der Flüchtlingsklasse der Willy-Brand Schule Bochum zum ersten Mal zu unserer Bühne gekommen und haben mit uns von 9 Uhr morgens bis 14 Uhr geprobt (bisher waren es immer 2 Stunden) und das mit ganzen 10 Minuten Pause. Es war anstrengend aber dann waren alle stolz, was wir geschafft haben. Die Kinder haben verstanden, dass Wiederholung nichts Langweiliges ist sondern Vertiefung bedeutet – etwas, woran wir uns auch ab und an erinnern müssen ;). Wir haben viel Freude an der Zusammenarbeit und sind ganz gespannt. Den Rest des Tages haben wir gelernt, Sternekochspezialköstlichkeiten zuzubereiten. Am Abend hat Jan Ole uns mit dem weltallerbesten Glühwein verwöhnt.

Samstag sind wir in einem Grüppchen losgezogen zum Bochumer Weihnachtsmarkt und waren die Straßenmusikanten mit den gelben Zetteln. Julian und Jonathan haben sogar verliebte Blicke geerntet. Wir sind ganz in weihnachtlicher Vorfreude.

Herzlich willkommen zu #AdventTotal.

Tanina




20.NOVEMBER: AUF! IN DEN NÄCHSTEN KAMPF!

Auch das zweite Aufführungswochenende wurde gut überstanden. Der Sonntag vor allem besonders gut, da sowohl Publikum, als auch TTler-Team mit fantastisch leckerem Apfel-Streusel- und Butterkuchen versorgt wurden. Das gemütliche Beisammensein bei Kaffee und Kuchen wollen wir auch nächsten Sonntag (27.11.) für unsere Gäste ermöglichen. Doch auch an einem gemütlichen Wochenende tickt die Uhr und mit ihr läuft die Zeit. So starteten wir gemeinsam in eine neue Woche, die gespickt war mit tollen Höhepunkten.

Zunächst einmal: Stückwahl. Oder war es nicht schon eher ein Kampf? Hier der wichtigst Schlusslauf im Überblick: Nach der ersten Hälfte dieses Wettkampfes setzten sich ganz klar Romeo, zusammen mit Julia, Perikles und natürlich das Kätchen von Heilbronn durch. Diese drei Favoriten zogen an und konnten ihren Vorsprung sogar erweitern. Das Rennen blieb weiterhin spannend. Denn nach 2/3 des Laufes verließen Kätchen die Kräfte. Und damit schien klar, zwischen wem der Schlusssprint in der Zielgeraden stattfinden wird. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, holte Lysistrate auf und hing Romeo und Julia dicht an den Fersen. Würde etwa eine Neueinsteigerin wie Lysistrate den entscheidenden Sieg nach Hause bringen? Doch in der letzten Kurve vor der Zielgeraden flog Lysistrate raus. Vermutlich auf Grund der hohen Geschwindigkeit. Schade! Nach einer so gigantischen Aufholjagd...Aber dafür stand fest: entweder würde Romeo zusammen mit Julia gewinnen oder Perikles. Es kam wie es kommen musste, einer der beiden entschied das Rennen für sich. Und es war: Perikles! „Heureka!“ würde ein Grieche wie Perikles an unserer Stelle jetzt rufen. Da aber der gute William Shakespeare den ehrwürdigen Altgriechen etwas aufgemöbelt hat, ließen wir das mit dem „Heureka“ bleiben, freuten uns natürlich und stießen mit einem „Bis morgen!“ an.

Ja, „bis morgen!“, denn da schloss sich gleich das nächste Highlight an. Es war uns möglich, Tickets für das Stück „Nefés“ zu bekommen. Ein Stück von Pina Bausch und zugleich auf ihrer Bühne in Wuppertal. Wie verzaubert durch die grandiosen Tänzer und Tänzerinnen, freuten wir uns umso mehr auf die Tanzstunde bei Chrystel am kommenden Tag.

Den Freitag verbrachten wir wieder zwei Stunden mit den Kindern der Willy-Brandt Schule um die Performance mit ihnen weiter ein zu studieren. Man kann sagen, die meisten von ihnen freuten sich sehr uns wieder zu sehen. Und das macht uns wiederum Freude.

Auch der Samstag hatte es in sich. Denn dank der lang ersehnten Physio Stunde gibt es jetzt auf dieser Welt 27 junge Leute mehr, die eine vorzügliche Rückenmassage liefern können.

Ach ja! So ganz neben bei: nach 41 aufeinander folgenden Tagen an denen wir immer TT-Programm hatten, sei es Probe, Unterricht oder Aufführung, kommt jetzt der erste freie Tag: Sonntag, der 20. November

Magdalena




13.NOVEMBER: AUS DER LESEECKE RUFT DER KABELSALAT UNS INS TOURNEEBÜRO

Nach dem intensiven und von Euphorie schäumenden Premierenwochenende, begann die Woche sehr gemütlich und wir schlummerten mit ihr langsam wieder in einen geregelten Alltag. Vor allem ist er bestimmt durch die täglichen Technikworkshops, pünktlichen Mittagessen, Unterricht zu Bürozeiten und unserer Stückwahl.

Sogleich verfielen wir der Trägheit, sowie Bäumers Kuchenspenden und wir spazierten nun im gemütlichen Tempo 1, statt in Tempo 4 über die Bühne zu rasen. Wir genießen das Leben in vollen Zügen! Trotzdem haben wir was geschafft (auch ein kleines Chaos):

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11.NOVEMBER: ERSTE PROBE MIT DER FLÜCHTLINGSKLASSE

Am 12. Januar 2017 werden wir mit den Kindern einer Flüchtlingsklasse der Willy-Brandt Gesamtschule im Musikforum mit den Bochumer Symphoniker unsere Performance aufführen.

Diese Kinder werden wir heute treffen und sind sehr gespannt, wie unsere erste Begegnungverlaufen wird. In 4 Autos fahren wir los. Leider haben wir uns in der Adresse vertan und stehen somit mit Verspätung vor der Turnhalle und einer Schar von aufgeregten Kindern. Jeder TT-ler schnappt sich ein Patenkind und los geht’s! Nach einigen Aufwärm-Übungen machen wir uns ans Eingemachte und versuchen die Inszenierung des Walzers und die Hausbauszene zu vermitteln. Die aus aller Welt zusammengewürfelten Kinder waren sehr begeisterungsfähig und alle waren mit Freude bei der Sache. Nach 2 gemeinsamen Stunden hatten wir alle ein gutes Gefühl in der Magengegend und Freude im Herzen. Auf die nächsten gemeinsamen Proben freuen wir uns sehr!

Olivia




06.NOVEMBER: SCHIFFSBRUCH IN DIE PREMIERE

Die letzten Tage davor: Die Vorräte an Schlaf gehen erschreckend schnell zu Neige, wir mussten auf 4 Stunden pro Nacht herunterrationieren. Die gesamte Besatzung leidet an Magnesium- und Vitaminmangel. Es gibt immer mehr Verletzte. Die Pausen werden immer kürzer, der Seegang steigt stetig. Unser geliebter Fiddler hat schon seine Stimme verloren, einige Matrosen ihren Verstand. Ich wache nachts regelmäßig schweißgebadet aus Alpträumen auf. In meinem Kopf hallen die Schreie der Sirenen nach: "Die selbe Szene nochmal!", "Die Drehung muss präziser sein!", "Falscher Fuß!", "Abstände halten!", "Tempo!!" Unser Kapitän peitscht uns gnadenlos immer weiter ins Auge des Sturms. Verzweifelt versuchen wir an unserem Motto festzuhalten, doch unser Humor wird in der Not immer mehr zu Galgenhumor. Der Donnergott Schwermann und sein Knecht Florian Paul haben nach nächtlicher Schwerstarbeit, die nur unter dem Einfluss übermenschlicher Mittel geleistet werden konnte, ihren letzten Track vervollständigt. Auch Blitzgott Aurelius hat seine Mächte an uns erprobt.

Am fünften Tag der Woche sind wir an der Premierenküste aufgelaufen. Einer der Masten ist Gebrochen und ein Segel gerissen. Die Crew ist mehr oder minder wohlauf. Die Einwohner haben uns freudig und mit großem Applaus empfangen. Sie sagen in ihrer Sprache immer wieder etwas, das wie "tolle Aufführung" klingt. Um unsere Ankunft zu feiern, schenkten sie uns eine Menge Fässer von ihrem Traditionsgebräu, das bei uns ausgezehrten Seebären bald seine Wirkung zeigte. Für den Moment sind wir erleichtert und gut gelaunt, doch wir wissen, dass wir schon bald wieder in See stechen müssen.

Katharina




30.OKTOBER: DIE KUNST IST LANG UND KURZ IST DAS LEBEN

Diese Woche war eine sehr anstrengende Woche - zum Einen ausgelastet durch die Intensivproben für die Performance kommende Woche und zum Anderen konfrontiert durch die Eröffnung des Musikforums Ruhr.

Letzteres hat einen hohen Zeitaufwand gefordert, doch gelohnt hat es sich allemal, da wir die geprobte Performance endlich präsentieren konnten. Als kleinen Bonus durften wir uns am Ende unserer Schicht noch am Buffet und der Getränketheke laben.

Zu kurz kam dabei jedoch unsere innige Beziehung zu unseren Nachtlagern und dem damit verbundenen Schlaf. Einige von uns haben deshalb im Koffein einen neuen Freund gefunden.

Um die ganze Zeit auszugleichen, die wir für die Probe brauchten, haben wir noch mehr geprobt, denn von nichts kommt nichts.

So startete der Tag um 9:00 Uhr morgens und endete gegen 1:00 Uhr nachts.

Denn wie ein halbwegs berühmter Mensch einst sagte: Die Kunst ist lang und kurz ist das Leben!

Laurin




24.OKTOBER: PULSSCHLAG AUS STAHL

"Du hast einen Pulsschlag aus Stahl, man hört ihn laut in der Nacht“; so besang Herbert Grönemeyer einst unser aller Lieblingsmetropole Bochum. Die meisten Stahlhämmer ruhen schon seit Jahren, also woher stammt der arhytmische Lärm, der in einer verregneten Herbstnacht die Stadt beschallt? Nun, die Antwort ist sehr einfach: Aus der Königsallee 171. Man kann Lachen, Jubeln, Getrampel, nicht wirklich melodisches Gesinge und ein Musikstück, welches an „Rock the Casbah“ von „The Clash“ erinnert, hören.

Die natürliche Folgefrage ist natürlich: Wer erzeugt diese wilde Mixtur? Nun, es ist der aktuelle TT-Jahrgang, der wie von der Tarantel gestochen über die Bühne tanzt, während Michael den „Rock the Casbah“-Remix „Casbah Breakdown“ von seinem iPod, durch die Eingeweide der Kabelschächte der ehemaligen St. Albertus-Magnus-Kirche, über die Soundanlage direkt in diverse Gehörgänge katapultiert. Dass dies nach einem äußerst langen Probentag in einem komplett verschwitzten und einigermaßen geschafften Zustand passiert, interessiert hier niemanden; alle tanzen und singen die spärlichen Liedzeilen mit, egal ob synchron, asynchron, melodisch oder komplett daneben. Wir alle sind unserem Tanzlehrer Carlos unglaublich dankbar, dass er uns auf dieses Lied Sprungübungen machen ließ und uns somit die Fähigkeit gab, scheinbar tote Schauspieler wieder zum Leben zu erwecken.

Nun lässt sich natürlich die Frage nach der Relevanz dieser Anekdote stellen, da sie an sich nicht viel mit unserer bevorstehenden Premiere zu tun hat. Trotzdem zeigt sie viele Aspekte von Theater Total: Die spätnächtlichen Proben (von denen wir noch nicht all zu viele hatten), den Hemmungsverlust sich komplett zum Affen zu machen, die unerschöpfliche Energie der Teilnehmer und vieles mehr. All das macht TT zu TT und diese Wochen zu etwas sehr besonderem.

Felix




16.OKTOBER: HALLO, WIR SIND DIE NEUEN!

…Und mit voller Energie starten wir in die bereits sechste Woche des 21. TheaterTotal-Jahres. Da die am 4. November stattfindende Premiere unserer Performance „Über Stock und Schein“ in greifbare Nähe rückt, haben unsere Proben innerhalb der letzten Tage spürbar an Intensität hinzugewonnen. Es ist faszinierend zu erleben, wie alle an einem Strang ziehen und sich verschiedene Elemente, die wir bei unterschiedlichen Dozenten erlernt oder selbst erarbeitet haben, ineinander verzahnen und langsam zu einen großen Ganzen verschmelzen. Hierbei inspirieren uns die fünf Slawischen Tänze von Antonin Dvořák, die im Zentrum unserer Performance stehen. Jeden Tag werden wir präziser, entwickeln sowohl uns als auch die Inszenierung weiter. Im Gesangsunterricht sind wir stets aufs Neue überrascht, wie magisch es sein kann, wenn man seine Stimme richtig einsetzt. Der regelmäßige Tanz-, Tai Chi- und Fechtunterricht lehrt uns wichtige Grundlagen zu Körpergefühl und Ausdrucksfähigkeit. Und im Schauspielunterricht bzw. während der Proben erfahren wir immer wieder sehr besondere, eindringliche Momente, die auch in die Performance einfließen werden und uns außerdem als Gruppe stärker zusammenschweißen.

Teil der Performance wird die Arbeit mit langen Holzstäben und Tüchern sein, mit denen man viel mehr Möglichkeiten hat, als wir anfangs gedacht hätten. Es ist spannend zu sehen, wie diese schlichten Gegenstände plötzlich eine Geschichte erzählen und berühren können.

Diese Woche konzipierten, entwarfen, druckten und verteilten wir zudem unsere ersten eigenen Flyer, die auf die Performance aufmerksam machen sollen.

Gleichzeitig proben wir momentan für die Eröffnung des Anneliese Brost Musikforum Bochum am 28. Oktober, bei dem wir als Servicepersonal anwesend sein werden. Dezent und dennoch präsent aufzutreten, will gelernt sein!

Bis zur Premiere ist viel zu tun, aber wir sind mit Begeisterung dabei und gespannt auf alles, was noch folgen wird.

Julika

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2015/2016

18.MÄRZ – PREMIERE

Die Saaltüren schließen sich. Das Licht geht langsam aus. Das Getuschel des Publikums wird schwächer. Nun ist er also gekommen – der Moment, auf den wir 3 Monate lang hingearbeitet haben. Jeden Tag Proben, auch am Wochenende. Szenen werden inszeniert, dann wieder umgeworfen, neu gemacht. Texte werden gestrichen, umgeschrieben, ergänzt. Langwierige Beleuchtungsproben bis spät in die Nacht. Letzte Änderungen am Bühnenbild für jede Szene. Sind alle Requisiten da? Passt dieser Weinkrug wirklich ins Stück – oder doch lieber ein anderer? Schließlich ist auch das letzte wunderschöne Kostüm geschneidert. Stress, lass nach! Dann am Premierentag letzte Vorbereitungen: die Bühne wird aufgeräumt, die Tribüne und das Catering schön hergerichtet. Es herrscht geschäftiges Treiben. Und schon treffen die ersten Premierengäste ein. Alles ausverkauft! Langsam steigt die Anspannung. Liegt alles bereit? Sitzt das Kostüm? Wo ist mein Hut?! Fünf Minuten vor der Vorstellung. Alle Gäste haben Platz genommen; es herrscht spürbare Vorfreude. Wir treffen uns hinter der Bühne für einen letzten „Team-Kreis“. Jetzt heißt es „Toi, toi, toi!“. Alle auf Position. Stille. Und: Licht! Die zweieinhalb Stunden, die unser Stück dauert, vergehen für uns Schauspieler wie im Flug. Nicht alles läuft perfekt, aber alle haben Spaß und sind mit voller Energie dabei. Die Zeit bis zum Applaus vergeht wie mit einem Wimpernschlag. Was für ein geiles Gefühl! Die Premiere ist geschafft. Jetzt heißt es: kurze Schlussbesprechung – was war gut, was kann man noch besser machen? Danach wird aufgeräumt, alles für die Vorstellung am nächsten Tag vorbereitet. Was für ein Tag – es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen! TheaterTotal eben.

Linus




22.FEBRUAR

Es ist so weit. Nun sind es genau fünf Monate, die wir TTler gemeinsam verbracht haben. Beinahe ist die Hälfte der Zeit bei TheaterTotal vorbei. Gerade sind wir schwer beschäftigt mit den Proben unseres Stückes „Das Wintermärchen“ von William Shakespeare, mit dem wir in genau einem Monat Premiere haben. Immer mehr arbeiten wir uns in die einzelnen Szenen vor, sodass wir diese Woche soweit waren, dass wir alle fünf Akte durchspielen konnten. Der jetzige Stand des Stückes nennt sich bei uns „Skizzen“, einen Begriff, den Niels sehr geprägt hat und uns öfters schmunzeln lässt. Dies lässt darauf vermuten, dass alles noch sehr grobschliffig ist. Das kann ich nur bestätigen und sagen „japp!!“, ABER wir arbeiten dran, auch wenn die Proben bis spät in die Nacht gehen. Was wir vor einigen Wochen gelernt haben und jetzt auf jeden Fall einsetzen können ist Folgendes: Um die einzelnen Figuren im Stück zu vertiefen, kann man sich ein Grundgerüst bauen, indem man die Charaktere aus einen Mischmasch aus „Phlegmatiker“, „Sanguiniker“, „Choleriker“ und „Melancholiker“ zusammensetzt. Diese Grundcharaktere habe ich versucht zeichnerisch darzustellen. Ich habe mir vier meiner Mit-TTler geschnappt, die sich dann für ein paar Minuten in den jeweiligen Zustand versetzten sollten. Lustig war, dass hinterher immer die gleiche Reaktion von den Dargestellten kam: ein tiefes, erleichtertes Seufzen!

Vielleicht habt ihr ja Spaß bei der Betrachtung.

Leonie

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  1. Der Phlegmatiker
  2. Der Sanguiniker
  3. Der Melancholiker
  4. Der Choleriker




2.FEBRUAR

München! Drei Tage aus dem Theateralltag „entfliehen“ und das verschlafene Bochum gegen die bayrische Millionenstadt (die in manchen Sachen jedoch auch etwas dörflich geblieben ist) eintauschen! Ein Ausflug ohne Hintergedanken war das natürlich nicht, denn der Grund des kurzen Aufenthalts war das Erstellen unseres Plakats für „Das Wintermärchen“. Die vergangene Woche hatte die Plakatgruppe ein kleines Fotoshooting mit zwei tollen Modellen aus der Gruppe organisiert und zwei Leute ausgesucht, die mit den entstandenen Fotos zu Catherine Hersberger, der Grafikerin von TheaterTotal, nach München fahren sollten. Tristan und ich machten uns also nach unserer Denierenfeier , noch etwas müde von der kurzen Nacht am Montag früh auf den Weg. Zum einen war es schön mal wieder wegzufahren und ein bisschen Abstand vom Theater zu bekommen, auf der anderen Seite waren wir beide sehr beglückt, dass, kaum hatten wir die bayrische Grenze überquert, die Sonne rauskam, was ja im Pott wirklich selten der Fall ist.

Nun aber zum Plakat: Den ganzen Dienstag verbrachten wir im Grafikbüro, wo man uns sehr freundlich empfing und man sich leicht wie zu Hause fühlen konnte (was ja normalerweise bei Büros überhaupt nicht der Fall ist). Wir suchten uns ein besonders gut gelungenes Foto aus, probierten etwas an dem Ausschnitt und dem Format des Bildes rum und begannen dann das Bild nachträglich noch zu bearbeiten und die Typografie zu setzen. Nach neun Stunden Arbeit konnte sich das Ergebnis auf jeden Fall sehen lassen und auch wenn es einige Unstimmigkeiten zwischen uns gab, lässt es sich mit dem entstandenen Plakat recht gut leben. Ein bisschen mulmig war mir dennoch zu Mute, als wir am Donnerstagmorgen, wieder zurück in Bochum, der Gruppe unser Plakat präsentierten. Der Großteilzeigte sich jedoch zufrieden und Barbara sogar angetan. Wenn man sich ausmalt, dass unser Plakat nun in all unseren Heimatorten auf gehangen und unser Aushängeschild werden wird, dann ist es schon ein gutes Gefühl dabei so nahe beteiligt zu sein.

Noch darf ich das Plakat hier nicht zeigen, aber damit ihr nicht ganz im Dunkeln tippt füge ich noch ein paar Fotos bei. Das Endprodukt werdet ihr ja demnächst auf der Website, Litfasssäulen und weiß was ich wo hängen sehn.

Eure Rahel


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26.JANUAR


In diesem Logbuch haben die Teilnehmer von TheaterTotal die Entstehung des Plakatmotivs dokumentiert.

Gian-Luca und Fariborz




20.DEZEMBER

Advent, Advent,

ein Lichtlein brennt.

Erst eins, dann zwei,

dann sind die Schüler mit dabei.


Zwischen den Proben

darf man toben.

Doch danach wieder, mit viel Konzentration,

Kraft für manch schwierige Situation.


Nach dem Mittagessen

Ist ein kleines Päuschen angemessen,

bevor wir voller Freude

lesen im TT Gebäude.


Wir entdecken unser Stück:

Shakespeares „Wintermärchen“, welch ein Glück.

Des einen Freud, des andern Leid,

begleitet es uns lange Zeit.


Nun stand der Freitag vor der Tür

Und wir präsentierten unsre Kür.

Danach Applaus für Groß und Klein,

das war Erleichterung, ganz allgemein.


Es folgten Samstag, Sonntag schnell,

der Abschied war ganz individuell.

Die Zeit war spannend und sehr schön,

vielleicht werden wir uns wiedersehn.

Lea




16.DEZEMBER

Eindrücke vom Malkurs mit Anne Berlit


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Marius




8.DEZEMBER


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  1. Gesang mit Rosani
  2. Technik mit Helmut Schandl
  3. Shakespeares "Das Wintermärchen" kennenlernen
  4. "Sturm und Strang" mit den Patenkindern der Willy-Brandt-Gesamtschule proben

Anne




29.NOVEMBER

Was diese Woche geschah (stark gekürzt)...

Vorwort: Weshalb ist dieser Text stark gekürzt? Ist er nicht! Der Text ist exakt so lang, wie ich ihn heute, um 2.13 Uhr Nachts verfasse. Es ist die Woche, die in diesem Text stark gekürzt dargestellt wird. Durch Theater Total erkenne ich, wie viel Inhalt in eine "normale" Woche (ein sehr unpassender Begriff für eine Woche bei TT) gequetscht werden kann. Zu viel für einen kleinen Logbucheintrag!

Das Projekt macht seinem Namen alle Ehre. Denn ich fühle mich nach dieser Woche total erschöpft, total ausgelasten, aber auch total glücklich. Ich will hier nur einen kleinen Einblick in das Geschehen dieser "gewöhnlichen" Woche bei TT geben. Neben einer Menge Unterricht, darunter Tanz, Body-Rhythmus-Training, Gesang, Fechten, Tai Chi und natürlich einer Menge Schauspiel stand diese Woche noch einiges mehr auf dem Stundenplan. Zum einen haben wir uns mehrfach mir Stephan getroffen, um uns endlich auf ein Stück zu einigen, mit dem wir in ganz Deutschland und einem kleinen Teil der Schweizauf Tournee gehen können. Einige Literarische Meister wurden dafür von uns gewälzt und in kleinen Gruppen haben wir uns die Texte gegenseitig vorgestellt. Dabei ging es von Szenenlesungen bis hin zu der Einmannaufführung einer Szene aus Don Juan, in welcher einige Ohrfeigen auf brutalste Weise ihren Weg in das Gesicht des einzigen Darstellers fanden. Eine recht witzige Angelegenheit, welche glücklicher weise auf Video festgehalten wurde. Am Donnerstag gab es eine Durchlaufprobe der Performance, welche gleichzeitig als Fototermin für weitere Homepage und Pressebilder galt. Durch diesen durften wir den wöchentlichen Putztag in unsere Freizeit des nächsten Tages verlegen. Wie zu erwarten löste die Aussicht auf verkürzte Pausen bei uns TT-lern laute Jubelrufe und starke Glücksgefühle hervor. Am Freitag besuchten wir nach dem Mittagessen und dem dazwischen gemogelten Wischen und Fegen erneut unsere Patenschüler des fünften Jahrgangs der Willi-Brandt-Gesamtschule. Nächste Woche erwidern sie diese Besuche. Und zwar täglich! Dies erfüllte vielleicht uns alle, mindestens aber mich mit einem leichten Unbehagen... So sehr wir die kleinen auch schon liebgewonnen haben - wir ahnten nach jeder Doppelstunde, völlig entkräftet und mehr als erschöpft, dass da zwei seeeeeeeehr anstrengende Wochen auf uns zukommen. Weiter ging es mit unserer gemeinsamen Fahrt in das Essener Theater. Zum minimieren unserer Unentschlossenheit über die Wahl des Stücks sahen wir uns Shakespeares "der Sturm" an. Nach einer stark angeregten Diskussion über das gesehene des letzten Abends veränderte sich das Vorwahlergebnis recht stark. Es schien als habe ein starker Wind die vorherigen Favoriten durcheinander gefegt, und sei danach mit leiser werdendem Donnern in weite Ferne verschwunden. Die Aufführungen Samstag und Sonntag liefen meiner Meinung nach nicht perfekt, aber doch recht gut. Barbara scheint zumindest nicht völlig unzufrieden. Ein Lob am Samstag über die erstmalig einwandfrei erkennbaren Zusammenhänge der Szenen ließ die Herzen von uns TT-lern höherschlagen. Zum Abschluss der Woche feierten wir nach der Aufführung bei Keksen, Tee und gemütlichen Kerzenschein den ersten Advent. Da einfaches feiern bei Kerzenschein für den standartmäßig strebsamen TT-ler aber nicht in Frage kommt verbanden wir diese Festlichkeit gleich mit der endgültigen Auswahl unseres Stückes, und ein paar Flaschen Wein. So geht diese Woche zum Ende. Du, lieber Leser, hast hoffentlich einen, wenn auch gekürzten Eindruck von dem bekommen, was mich jetzt total glücklich und total müde ins Bett fallen lässt.

Gian-Luca


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Proben bei der Willy-Brandt-Gesamtschule




23.NOVEMBER

Ich würd mal sagen: Die Tournee kann kommen! Also so schnell dann vielleicht doch nicht, da wir noch immer in der Findungsphase für unser Stück sind. Aber, was Auf- und Abbau der Spielorte angeht, sind wir echt weiter gekommen. Die ganze letzte Woche war unsere Gruppe in zwei Hälften geteilt und hat parallel Schauspielunterricht und Technik gehabt. Bei der Technik haben wir uns wie gesagt mit dem Aufbau und Abbau unserer Bühne beschäftigt und haben uns quasi auf unserer richtigen Bühne eine kleine bespielbare Bühne eingerichtet. Da hieß es „hoch die Traverse und alle angebrachten Scheinwerfer auf 100%, bitte!“ Und dann natürlich noch testen, ob wir auch beim Tonpult anschließen alles richtig gemacht haben. Allerdings wurde dann alles wieder so schnell wie es aufgebaut wurde, wieder abgebaut. Denn das müssen wir ja auch drauf haben: Alles ordentlich zurück an seine Stelle, damit es beim nächsten Tourort genau so gut klappt und nicht erst Kabel sortiert, oder Hammer gesucht werden müssen. In unserem Fall mussten wir für die nächste Gruppe einfach alles wieder auf Anfang einrichten, da wir Mitte der Woche die Bereiche getauscht haben. Von der Technik also zum Schauspiel. Ich war froh endlich wieder Unterricht im Schauspiel zu haben, das hab ich die letzten zwei Wochen nach der erfolgreichen Premiere etwas vermisst und ich war froh, dass es uns allen so viel Spaß gemacht hat zu spielen und zu vertiefen.

Achtung, gleich komme ich schon zum Ende. Vorher noch ein paar Worte zu unserem Projekt mit einer fünften Klasse der Willy-Brandt Schule in Langendreer. Wir hatten mit den Kindern am Freitag unser zweites Treffen in der Turnhalle der Schule und bringen ihnen nach und nach Teile aus unserer Performance „Sturm & Strang“ bei. Es ist echt super wie engagiert und begeistert viele der Kinder dabei sind, da macht es große Freude mit ihnen dran zu arbeiten. Außerdem wächst natürlich bei uns der Ehrgeiz diejenigen, die noch etwas schüchtern und zurückhaltend sind, aufzuwecken. Das alles ist eine riesen Herausforderung und ich bin echt gespannt was wir mit den Schülern auf die Beine stellen. Am 12. & 13. Dezember stehen sie dann gemeinsam mit uns auf der Theater Total Bühne und zeigen was daraus geworden ist.

Nach unserem freien Wochenende starten wir jetzt frisch in die nächsten Tage und sind offen für das, was die Woche so bringen wird.

Glück auf!

Stella




16.NOVEMBER





7.NOVEMBER

In den letzten zwei Monaten war das unser Ziel: die Premiere unserer Performance am siebten November. Damit haben wir uns den Leuten als neuer TheaterTotal- Jahrgang präsentiert, haben Erwartungen geschaffen, aber auch hoffentlich welche erfüllt. Nein, ich bin mir sogar sicher, dass wir recht viele erfüllen konnten. Jetzt steht das, für was wir die letzten zwei Monate gearbeitet haben, wodurch wir uns einander richtig kennen gelernt habe, wofür wir über Hürden springen mussten, Grenzen überschritten und ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt haben: unsere Performance Sturm & Strang. Bis zuletzt hatte ich ein recht mulmiges Gefühl bei den Proben, war mir nicht sicher, ob wir auf dem richtigen Wege waren, konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen in wenigen Tagen schon vor Publikum spielen zu sollen und den Leuten nicht nur zeigen, was wir alles mit Seilen darstellen können, sondern darüber hinaus sie damit zu bewegen, Geschichten zu erzählen, zum Staunen und Nachdenken zu bringen. Dann ging alles rasend schnell und ruck zuck war schon der Samstag da, an dem wir ungewohnt viel Zeit bis zur Vorstellung hatten und ganz in Ruhe alles vorbereiten konnten. So wirklich fassen konnte ich das alles nicht und erst als wir schon mitten im Spielen die Lacher des Publikums hörten, habe ich realisiert, dass wir gerade Premiere haben.

Während der Aufführung fühlte sich alles recht normal an, man merkte zwar, dass sich alle viel Mühe gaben und ganz besonders anstrengten, aber dennoch spürte ich zumindest keine Aufregung. Dann kam der Applaus und der komplett ausgefüllte Saal wollte scheinbar gar nicht aufhören zu klatschen, sodass wir die Applausordnung dreimal wiederholen mussten und bei jedem neuen Mal uns dachten „nun ist es aber auch genug“. Anscheinend, das ergibt sich aus den vielen sehr positiven Kommentaren und Kritiken der Gäste, haben wir es wirklich geschafft die Zuschauer für 70 Minuten in eine andere Welt zu entführen und mit unseren Bildern etwas auszusagen. Aber auch bei uns, oder bei mir ist von dieser Aufführung, diesem Ereignis etwas hängengeblieben: das Gefühl wirklich stolz auf sich und die ganze Gruppesein zu können und die Vorfreude auf die nächsten Vorstellungen, aber vor allem auf das, was nun alles noch auf uns zu kommen wird – unser demnächst auszuwählendes Stück.

Rahel




2.NOVEMBER

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Seilgeruch, Seilstaub, Seilgewebe. Verschiedenste Fäden, Taue, Schnüre und ein großes Ziel ließen uns in die Intensivprobenwochen für die Verbindung und Vertiefung verschiedenster Ideen starten. Bereits der Montagmorgen gab uns ein Anzeichen für das wunderbare Herbstwetter, das uns diese Woche jeden Morgen beim Weg zur Probe und in den Mittagspausen verwöhnen sollte. Außerhalb dieser Zeiten konnte vermutlich trotzdem niemand seine Sommerbräune auffrischen. J

Denn die Bühne wird zur großen Werkstatt. Viel Szenen werden vertieft, die unterschiedlichsten Fragmente zusammengesetzt und vieles wieder hinausgeworfen. Die Performance setzt sich aus einem großes Puzzle und zu einer festen Struktur zusammen. Währenddessen entstehen natürlich immer weitere Ideen und verschiedene Szenen werden erweitert.

Sehr interessant fand ich die verschiedensten Phasen, die wir alle beim Proben von morgens bis tief in die Nacht durchlebten. Gemeinsam wurde immer wieder die gemeinsame Energie gesucht, die es möglich macht, eine Idee auch noch zu späterer Stunde weiter und weiter zu entwickeln und einen Verbindungsfaden vorwärts zu schaffen. Auch genau diese gemeinsame Konzentration auf die Arbeit gab mir immer das Gefühl nach der Probe, gemeinsam einen großen Schritt gemacht zu haben.

Diese ganzen Szenen in einem großen Durchlauf am Sonntagabend zu spielen war der beste Weg, um in die letzten Tage vor der Premiere zu starten. Verschiedene Szenen müssen noch geputzt und weiter miteinander verstrickt werden. Aber die ganze Energie noch in einen großen Versuch der Verbindung aller Szenen zu stecken gab mir in jedem Fall das Gefühl genau zu wissen, wo es in der nächsten Woche hingehen muss. Mehr als wichtig sind hier natürlich auch die kleinen großen Dinge wie ein paar Minuten in der Novembersonne im Kreise sitzen oder ein Gläschen Vino zum Sonntagabend. Oder auch ein Stückchen Gaffaband auf dem Bühnenboden, das sich auf irgendeinem Wege zu Amore geformt hat.

Anton




22.OKTOBER

Die Tage werden länger und so auch die Proben für unsere Performance „Sturm und Strang“. Seit einer Woche proben wir nun auf unserer Bühne und es tut gut zu sehen, wie sich Stück für Stück alles zusammenfügt und Gestalt annimmt. Und obwohl ich erstaunt darüber bin, was sich in der letzten Woche entwickelt hat und wie viele Dinge wir ausprobiert, verworfen und geprobt haben, wird die Anspannung immer grösser. Der Drang, alle Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen und ein Endprodukt präsentieren zu können, ist meine Motivation jeden Morgen aufzustehen und eine Szene noch mal und noch mal und noch mal zu proben. Denn es ist spannend, schön und berührend meine lieben Theatermenschen spielen und tanzen zu sehen. Der Gedanke, dass wir vor einigen Wochen mit Nichts ausser einer Idee gestartet haben und wir nun immer tiefer in dieser Idee eintauchen, macht mich stolz und demütig zugleich. Ich durfte in dieser letzten Woche und in den Wochen davor so viele Eindrücke erleben, dass ich gar nicht weiss, worüber ich schreiben soll. Ich weiss nur, dass ich dankbar bin, mit so tollen Leuten zusammenarbeiten zu dürfen. Gemeinsam etwas zu machen, etwas zu entdecken und zu erleben. Ein Thema, das wir auch in unserer Performance intensiv behandeln. Die Gemeinschaft. Und den Einzelnen in der Gemeinschaft. Auch wenn ich todmüde bin und Muskelkater an Stellen habe, von denen ich nicht mal wusste, dass es da einen Muskel gibt, der so schmerzen kann, gehe ich mit einem guten Gefühl in die nächste Woche. Und mit einem gespannten Kribbeln im Bauch.

Noemi

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20.OKTOBER


Paulinus




28.SEPTEMBER

Heute kam die Breakdancegruppe Camp Breakerz aus Gaza bei uns vorbei. Ich bin relativ ohne Erwartungen in den Tanzsaal gekommen, weil die Gruppe recht spontan am Tag selbst angekündigt wurde und ich dachte mir: "Ok, mal gucken." Aber als die Jungs sich vorgestellt haben und ihre Geschichte ganz ruhig, ehrlich und detailliert erzählt haben: Das sie die erste Breakdancegruppe aus Gaza waren und wie schwierig die Ausreise von Gaza über Ägypten nach Deutschland war, waren wir alle wieder hellwach. Dann haben sie die Performance gezeigt, die im Video zu sehen ist, die ihre Gefühle zu dem erlebten Krieg zwischen Israel und Palästina ausdrückt. Man merkt, dass ihnen das was sie tun am Herzen liegt und sie viel Kraft haben, die bis zur Tour durch Europa gebracht hat. Die Energie ist total ansteckend. Diese Energie stecken wir dann alle in den Breakdanceworkshop, wir kriegen ein paar moves beigebracht, auf die ich stolz wie Oskar bin, weil ich nicht dachte, dass Breakdance mein Ding wäre, aber war dann doch überrascht wie viel Spaß es macht und das ich mir dabei nichts gebrochen habe. Abschließend stehen wir im Kreis und unterstützen die Leute, die mutig in die Mitte hüpfen und zeigen was sie gelernt haben. Mein persönliches Highlight war der Schluss des Abends, weil wir zu Adeles "Someone like you" Ausdruckstanz machen durften und ich mich richtig freitanzen und richtig gehen lassen konnte. Es hat mich dabei emotional richtig gepackt und ich konnte richtig Energie rauslassen (ohne reden zu müssen, das fällt dann viel leichter) aber gleichzeitig habe ich die Energie von meinem Körper und der Tanzfreude sofort wieder zurückbekommen, wie tänzerische Ebbe und Flut. In mir war eine von außen und innen bewegte bewegende Welt, meine Emotionen vermischt mit den Geschichten, die mein Körper für mich beschlossen hat weiterzuspinnen, von denen ich manchmal noch nicht einmal den Anfang bisher gehört hatte. Wir haben anschließend draußen vor der Tür noch ein bisschen mit den Breakdancern geschnakt und Videos und Bilder von ihrer Tour von ihn gezeigt bekommen, dass war auch echt cool. Dann sind sie gegangen, aber ein paar von uns werden bestimmt pber facebook noch mit ihnen in Kontakt bleiben. So und deswegen war es doch ein überraschender hammer Abend gewesen.

Eva


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