21. November 2007
Performance "hinundweg"
Nach Umzugskartons, Rohren, Dachlatten und Stoffbahnen spielten in diesem Jahr Koffer und Reisetaschen die Hauptrolle in der Performance "hinundweg", mit der sich das aktuelle Ensemble von Theater Total an drei Abenden dem Publikum im ehemaligen Stadtarchiv an der Kronenstraße vorstellte.Wie in jedem Jahr durfte man gespannt sein, was Regisseurin Barbara Wollrath-Kramer und den angehenden Mimen zu ihrem Requisit eingefallen ist. Der Titel "hinundweg“ ließ da viel Spielraum. Nach dem Motto „Ich bin dann mal weg“ schickte Wollrath-Kramer die Jungschauspieler und ihr Publikum als Reisegruppe mit „Edda-Airlines“ auf einen Flug ins Ungewisse. Immer dabei: die Koffer und Taschen der Pauschaltouristen, die, wie bei Theater Total üblich, im Laufe des Stückes immer wieder verwandelt und umfunktioniert werden. Wie ein Roter Faden tauchen auch die aus vielen anderen „TT“-Inszenierungen bekannten Elemente wie Stoffbahnen, bewegliche Wände und getanzte Spiralen wieder auf. Neu ist in diesem Jahr, dass die einzelnen Figuren innerhalb der Gruppe stärker herausgearbeitet und miteinander verbandelt wurden.
So gaben Laura Hagemann und Felix Vogel ein bezaubernd skurriles Pärchen, welches sich erst im Laufe des Stückes so richtig nahe kommt. Eher sexuell interpretiert das Cowboypärchen den Titel „hinundweg“. Meriel Brütting und Jonas Keppler grabbelten sich charmant prollig durch die Rundreise und ließen sich auch von den zickigen „Zwillingen“ (Jana Bille und Georgia Momsen), die ihnen gegen Ende zu Koffermonstern mutiert nach dem Leben trachten, nicht voneinander abbringen. Dass auch die vermeintlich typisch deutsche Kleinfamilie (Lea Scharr und Christoph Bovermann, Julia Meyer) mit von der Partie ist, bot mehrfach Anlass für Situationskomik. Insgesamt überzeugten die jungen Schauspieler in diesem Jahr durch bereits deutlich erkennbare spielerische Ausdruckskraft. Es bleibt abzuwarten, ob auch in diesem Jahrgang ein David Bösch oder eine Cathérine Seifert sind, in jedem Fall aber empfiehlt sich die Gruppe für die Inszenierung im kommenden Frühjahr.
Nina Brunster
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